Gschichtli

Gschichtli vo Nüchirch

850 NIUCHILCHUN (erste urkundliche Erwähnung)

Die erste urkundliche Erwähnung geht in die nachkarolingische Zeit zurück. Landfrith vergabte zu Heile seiner Seele, der seines Vaters und seines Bruders alle seine Güter zu Alpfen an das Kloster Rheinau.

Diese Vergabung geschah zu Niuchilchun am 21. September, einem Sonntag, während der Regierungszeit König Ludwigs. Ein genaueres Datum ist nicht angegeben.

Ludwig der Deutsche, ein Enkel Karl des Grossen, regierte 843 - 876. Nach Wildberger fällt der 21. September in den Jahren 850, 861, 867 oder 872 auf einen Sonntag. Die Festschrift zur Zentenarfeier 1901 nimmt die erstmögliche Jahreszahl 850 an (sie ist auch am besten erhalten).

Die Urkunde selber ist nicht mehr vorhanden, jedoch befindet sich eine Abschrift derselben im Zürcher Staatsarchiv.

Die erste Nachricht von der Existenz unserer Ortschaft sagt leider nicht viel aus. Wir wissen nur, dass die Ortschaft um diese Zeit bestand, nicht aber seit wann.

Der Name

Niu heisst neu, chilchun heisst Kirche, also neue Kirche, Neukirch. Unsere Ortschaft sollte eigentlich Neukirch heissen.

Später hiess es, Nuichilchun, Niunchilchen, Nüwkilch, Nükilch, ze der nüen kilchen, ze nuenchilch, nünkilchen. Noch 1616 heisst es Nükilch und Nünkilch.

Daraus ist ersichtlich, dass das «n» im laufe der Jahrhunderte dazugekommen ist, verschwand, wieder auftauchte, bis es schliesslich blieb. Man nahm es damals noch nicht so genau mit der Rechtschreibung wie heute. Auch wollte man damit Verwechslungen ausschliessen, denn es gab im Bistum Konstanz noch weitere Ortschaften mit dem Namen Neukirch.

Die Version, wonach neun Ortschaften kirchgenössig gewesen seien, ist nicht nachweisbar und muss wohl als Sage bezeichnet werden.