Geschichte

Chronik seit 1920

(Quelle "Niuchilchum - Neunkirch", eine kleine Heimatkunde, von Gerhard Walter, Lehrer, Neunkirch)

1918 - 1921      Güterzusammenlegung. Fläche des Zusammenlegungsgebietes 984 Hektaren, die Anzahl der Grundstücke verhinderte sich von 5472 auf 1777, ihre mittlere Grösse wuchs von 18 Aren auf 55 Aren, Länge der neuen Wege 74 km, Kosten 530'000.00 Franken oder 540 Franken pro Hektare. Beiträge von Bund und Kanton 65 %, Gemeinde 15 %, Rest zu Lasten der Grundeigentümer.

1921                  Gründung der Pfadfinderabteilung

1921 - 1922      Bau der Grundwasserversorgung (Hochdruck). Pumpschacht bei der Kiesgrube „Muzell“, 46 m tief, Reservoir auf „Chnübrechi“ mit zwei Wasserkammern zu je 250 m3, Leitungsnetz im Städtchen, Kosten Fr. 185'000.00 Franken.

1924                  29. Juni: Wasserfest, Einweihung der neuen Wasserversorgung. Umzug, frohes Festleben auf der Wiese beim Reservoir

1927                  Bau der Badanstalt, an der Stelle des Weihers östlich des Städtchens, Bassin, Badhütte

1928                  Gründung des Damenturnvereins

1929                  Die Vordergasse wird geteert

1931                  Kantonal-Turnfest, 2 Tage, Festplatz in den „Greben“

1932                  Kantonaler Sängertag, verbunden mit Fahnenweihe des Männerchors, Festplatz am Kirchweg. Es regnete, was vom Himmel herunter mochte, nachdem man das Fest schon eine Woche vorher der unsichern Wetterlage wegen verschoben hatte. Man verzog sich in die Wirtschaften des Städtchens. In der Woche darauf verzehrten die Neunkircher die am Fest nicht verkauften Brat- und andern Würste.
In der Nacht 16./17. August Brand der Sägerei. Die Störche, die auf dem nicht mehr benützten Hochkamin nisteten, verliessen den Horst erst, als die Flammen zum Nest züngelten und die Hitze unerträglich wurde. Anderntags zogen sie nach Süden ins Winterquartier. Ein Glück, dass die Jungen schon fliegen konnten! Am wieder aufgebauten Sägereigebäude wurde der Spruch angebracht: „Wenn dieses Haus so lange steht, bis auf der Welt der Neid vergeht, dann steht’s nicht nur gewisse Zeit, sondern eine Ewigkeit.“
Der alte Feuerweiher, die „Wetti“ wurde zugedeckt mit dem Schutt der abgebrannten Sägerei.

1934                  23. Juni Brand des Obertorturmes. Die von der Gemeinde kurz vorher angeschaffte mechanische Leiter für die Feuerwehr bewährte sich. Der Dachstuhl und die Turmwohnung brannten aus. Wiederaufbau. Schon am 20. Oktober war das Aufrichtefest. Die letzte Turmwächterfamilie Buff, die bis zum Brand in der Turmwohnung gehaust hatte, wanderte nach Kanada aus

1935                  Abschaffung des Bürgerrates und des Bürgernutzens, Übergang des Bürgernutzens in den Fürsorgefonds der Einwohnergemeinde

1935 - 1936      Innenrenovation der Bergkirche. Einbau der Warmluftheizung und des elektrischen Lichtes; die Tieferlegung der östlichen Empore ergibt ungehinderte Sicht auf die farbigen Fenster. Bei den Grabarbeiten wurde im Chor die halbrunde Apsis des Kirchleins aus der nachkarolingischen Zeit freigelegt

1936                  Neue Ortsverfassung, Schaffung des Einwohnerrates (damals Einwohnerausschuss genannt), 9 Mitglieder

1939                  Abbruch des Gemeindewaschhäuschens bei der Sparkasse. Eindeckung des Grabens (Bach) vom Haus „zum Graben“ bis zur „Sommerau“, umfangreiche Tiefbauarbeiten quer über den Platz zur Garage „Werkhof“
29. August Mobilisation der Grenzschutztruppen. Morgens halb-sechs-Uhr Alarm durch Trompete. Die Gz Füs Kp I/266 mobilisiert auf dem Turmplatz bei der untern Kirche. Strassensperre aus Baumstämmen (von der nahen Sägerei) ausserhalb des Torturmes zwischen „Alter Post“ und „Gerbe“. Das Haus zur „Alten Post“ gleicht einer kleinen Festung, aus Kelleröffnungen und Fenstern, die mit Sandsäcken geschützt sind, ragen die Mündungen vom Lmg hervor, im Garten liegen Stolperdrähte. Der Durchgang des Obertors ist mit Stacheldraht versperrt. Im September wird die Kompanie Richtung Rhein zurückgezogen. Das Städtchen ist während des Winters ohne militärischen Schutz

1940                  Im Frühling ist wieder Militär im Städtchen.
10. Mai, rege Fliegertätigkeit von morgens 4 - 6 Uhr. Es sind französische Aufklärungsflugzeuge, die die Lage an der Schweizer Grenze erkunden wollen, denn zur gleichen Zeit marschiert die deutsche Wehrmacht in Belgien und Holland ein. Um halb 6 Uhr beginnt unsere Fliegerabwehr, die an der Oberhallauer Strasse Stellung bezogen hat, heftig zu schiessen. Die Fensterscheiben im Städtchen klirren.
Die Nacht vom 14./15. Mai ist äusserst spannungsgeladen. Die Soldaten sind in höchster Alarmbereitschaft. Man befürchtet einen deutschen Angriff. Der Obertordurchgang ist verbarrikadiert, die Hauptbarrikade bei der „Alten Post“ ist geschlossen, Stacheldraht. Die Strasse vom „Anker“ zur Sägerei ist mit Baumstämmen gesperrt, beim „Hirschen“ ist quer über die Vordergasse eine Drahtwalze gespannt. Ortswehrplakate werden angeschlagen, Rucksäcke für eine Evakuation gepackt. Einige Soldaten telefonieren (vorsorglicherweise!) ihren Angehörigen in Schaffhausen. Der Alarm dauert noch während des ganzen Mittwochabends, 15. Mai. In der Folge wird das Militär wieder abgezogen und für die restlichen Kriegsjahre, bis 1945, bleibt der Klettgau wiederum ohne militärischen Schutz. Schicksal der Grenzlandbevölkerung!

1941                  Neuer Brunnen bei der Sparkasse „Klettgauerbrunnen“, geschaffen vom Neunkircher Bürger, Bildhauer Max Uehlinger

1942                  Kantonaler Musiktag, Festplatz bei der untern Kirche

1945                  22. Februar, rege Fliegertätigkeit über unserm Kanton, die Luft dröhnt vom Brummen der Motoren. Es sind amerikanische Bomber. Der Halb-zwei-Uhr-Zug verlässt unsern Bahnhof Richtung Beringen und wird kurz darauf im Einschnitt beim Bahnübergang „Erlen“ von einem Flugzeug mit Bordwaffen beschossen. Es knattert unheimlich. Die Lokomotive ist getroffen, der Dampf entweicht aus vielen Löchern, der Zug kann nicht weiterfahren. Von den Reisenden und vom Zugspersonal ist niemand verletzt. Die Passagiere kommen zu Fuss ins Städtchen zurück, mit verstörten Gesichtern, der Schreck sitzt ihnen in allen Gliedern. Wenn man bedenkt, dass am gleichen Tag Stein am Rhein und Rafz bombardiert wurden und diese beiden Ortschaften zusammen 17 Tote und 40 Verletzte zu beklagen hatten, sind wir noch glücklich davongekommen!
Dienstag, 8. Mai, Waffenruhe! Der Krieg ist (in Europa) zu Ende! Die Schüler spielen Handorgel auf verschiedenen Plätzen des Städtchens und sammeln für die „Schweizer Spende“

1946                  Bau und Inbetriebnahme der Kisten- und Harassefabrik Klöti. Erlass einer Gemeinde-Bauordnung

1947                  Teerung der Grabenstrasse
Kantonaler Kunstturnertag
Waldbegehung und Einweihung der Wasenhütte

1949                  Aussenrenovation (Süd- und Ostseite) des Gemeindehauses. Die letzten Störche. Wie alljährlich seit 1920 nistete auf der Sägerei wieder ein Storchenpaar und brütete vier Junge aus. Am Abend des 23. Juni geriet das Männchen in die Drähte einer Starkstromleitung und fiel tot zu Boden. Das Weibchen wäre wohl mit der Fütterung der drei Wochen alten Jungen kaum nachgekommen, hätte nicht Storchenbetreuer Jakob Wäckerlin mit Hilfe einer sinnvollen Einrichtung täglich Fischfutter in den Host befördert. Es waren die einzigen Jungstörche, die in diesem Jahr in der Schweiz frei lebend aufgezogen wurden. Alle anderen schweizerischen Horste blieben unbesetzt. Im August machten sich alle fünf Störche zur Wanderung nach dem Süden auf. Es war, abgesehen von den Wiederansiedlungsversuchen 1959 - 1961, das letzte Mal, dass Störche bei uns nisteten.
Die Gemeinde kauft den Mittelteil des Oberhofs und richtet ein Museum ein.
Fahnenweihe des Frauenchors auf dem alten Turnplatz bei der untern Kirche

1950                  Erweiterung der Grundwasserversorgung. Einbau einer stärkeren Pumpe im Pumpschacht, 88 PS, 2000 l/min. Neue Wasserkammer beim Reservoir mit 400 m3 Inhalt. Teerung der Turnhallestrasse.
12. - 20. August, 1100-Jahr-Feier 850 - 1950. Festhütte hinter der Turnhalle, Umzug, Festspiel von Walter Schutz mit Darstellungen aus der 1100 jährigen Geschichte, Jugendtag, Unterhaltungsabende. Viele Neunkircher sind in irgendeiner Funktion, teils mehrfach, am Fest beteiligt, besonders die Vereine. Alle arbeiten mit Feuereifer an der Erfüllung ihrer Aufgabe, alle haben das gleiche Ziel vor Augen, dem Anlass zum Erfolg zu verhelfen.

1951                  125 Jahre Schützenverein, Jubiläumsschiessen und Fahnenweihe, Festhütte im Horn neben dem Schiessstand.
Kantonaler Sängertag, Festplatz am Kirchweg.
Der Stand Schaffhausen feiert seine 450 jährige Zugehörigkeit zur Eidgenossenschaft. Zum Jugendtag am 10. August sind alle Schüler des Kantons ab 4. Schuljahr in die Hauptstadt eingeladen. Das Thema, das die Neunkircher am Umzug darstellen müssen, heisst „Abzeichenverkauf“. Von der riesigen Schülerschar werden die für diesen Anlass komponierten Lieder „Laufsch wuchelang, fahrsch johrelang….“ und „Isch üüse Ländli au no chli…“ gesungen. Aufführung des Festspiels für die Schüler.

1952                  Bewilligung einer neuen Lehrstelle an der Mittelstufe der Elementarschule.
Schliessung der Zollstrasse über den Zollstock (Erlenboden, Grenzübertritt) nach Jestetten.
Eröffnung des Museums im Oberhof.
Herrengasse und Mühlegasse werden geteert.
Baubeginn am neuen Schulhaus.

1953                  Bau des Schiessstandes im Horn an Stelle des alten Standes, einer Blockhütte, die prächtig in die Landschaft passte.
23. August Einweihung der Orgel in der Bergkirche, 2 Manuale, Pedal 23 Register, 1367 Pfeifen (102 Holz- und 1265 Zinnpfeifen), die grösste 2,4 m, die kleinste 13 mm.
4. Oktober, Einweihung des neuen Schulhauses. Nach dem Gottesdienst in der untern Kirche Besichtigung des Neubaus. Nur das Parterre mit drei Schulzimmern (für 1. - 3. Klasse und eine Realklasse) und Naturkundezimmer ist fertig gebaut (1. Bauetappe), der 1. Stock, Estrich und Keller sind noch im Rohbau. Spiele der Schüler hinter und vor der Turnhalle, Tanz in der Turnhalle. Abends Lampionumzug durch alle Gassen. Der Kanton (vertreten durch Regierungsrat Robert Schärrer) überreicht einen Tonfilmapparat als Geschenk. Am 19. Oktober beginnen die oben erwähnten Klassen mit dem Unterricht im neuen Schulhaus

1954                  Bewilligung einer neuen Lehrstelle an der Oberstufe der Elementarschule

1956                  Schulhaus 2. Bauetappe: Kellergeschoss mit Küche, Werkstatt, Dusche, Luftschutzräumen

1957                  Die Gemeindekasse bezieht ihr neues Büro im Verwaltungsgebäude an der Vordergasse

1958                  Die Metalldrückerei Erismann geht in andere Hände über: EMAG, Lager- und Betriebseinrichtungen.
Bannnutzung der Schule. Mit dem Velo über das offene Feld, zu Fuss der Gemeindegrenze entlang - Dicki-Tubetal-Bruech-Pfaffenhalde-Wiesbuck-Wasenhütte-Stockerhau - Spitzhau - Zollstock,, in der Liberiwies Verpflegung, gespendet von der Gemeinde, und Spiele. Rückmarsch ins Städtchen mit Gemeindefahne.
Das Schulhaus ist fertig gebaut (3. Etappe): 4 Schulzimmer und Lehrerzimmer im 1. Stock, im Dachstock Singsaal und ein Schulzimmer. Am 23. Dezember ist Zügeltag für die restlichen Klassen aus dem alten Schulhaus ins neue.

1959                  4. Januar öffentliche Besichtigung des Schulhauses. 5. Januar erster Schultag in allen Schulzimmer. Kosten 703'800.00 Franken.
Kantonaler Musiktag, Festplatz hinter der Turnhalle.
1. Versuch zur Wiederansiedlung von Störchen auf der Sägerei. 3 algerische Jungstörche, in Nordafrika eingefangen, werden unter reger Anteilnahme der Bevölkerung in den Horst eingesetzt. Zur Fütterung haben die Schüler 59 Mäuse abgegeben. Die Störche werden auch mit speziell angeforderten Fischen gefüttert.

1960                  Kantonaler Schiesstag im Horn, Festhütte am Hornweg.
2. Wiederansiedlungsversuch von Störchen.
Die Gemeindekanzlei zieht ins Verwaltungsgebäude an der Vordergasse.
Uniformeinweihung des Musikvereins, Festhütte hinter der Turnhalle.

1961                  Zum dritten Mal werden Störche ins Nest eingesetzt. Alle drei Versuche sind gescheitert, denn die Vögel kehrten im folgenden Frühling nicht, wie erhofft, in den Horst zurück, in dem sie aufgewachsen sind.

1961 - 1962      Renovation der Stadtkirche (untere Kirche). Abbruch der Empore und der nördlichen Längsseite, Abbruch der Orgelempore und der Orgel im Chor, dafür schlichtes Holzkreuz an der Ostwand. Seither dient eine provisorische kleine Orgel, ein Positiv, als Ersatz. Auch Aussenrenovation. Einweihung am 23. September.

1962                  Brand an der Vordergasse, Haus „zum Rütli“

1963                  Gründung des Fussball-Clubs.
Im März „Wassersnot“. Boden hart gefroren, bei der Schneeschmelze kann das Wasser nicht versickern. Es fliesst oberflächlich in grosser Menge von der Wide gegen das Städtchen und überschwemmt die Gegend Gächlingerstrasse - Sägerei - Turm. Die Feuerwehrmänner stehen im knöcheltiefen Wasser und haben grosse Mühe, die Fluten abzuwehren. Keller müssen mit der Motorpumpe leergepumpt werden. Es gelang glücklicherweise, die Vordergasse vor den Wassermassen zu schützen.
100 Jahre Deutsche Bundesbahn. Die Schüler erwarten den geschmückten Jubiläumszug, der extra anhält, am Bahnhof.
125 Jahre Männerchor, Jubiläumsfest auf dem alten Turnplatz.
1. Gemäldeausstellung Jakob Ritzmann in der Turnhalle. Der in Zürich wohnhafte Kunstmaler hat seit Kriegsende Sommerlandschaften im Klettgau gemalt.
Die EMAG erstellt neue Fabrikbauten.

1964                  Die Realschule feiert ihr 150 jähriges Bestehen. Festhütte hinter der Turnhalle. Festspiel von Dr. H. Pestalozzi, in dem die Schule, die Lehrer und die Schüler so dargestellt werden, wie sie heute sind. Sämtliche Schüler, von der 1. Klasse bis zur 3. Real, sind daran beteiligt und haben eine Rolle. Enthüllung der „Johannes-von-Müller-Gedenktafel“ am Polizeihaus, der frühern Pfarrhelferei.
Die Spar- und Leihkasse schenkt der Schule einen Flügel in den Singsaal.
Zum ersten Mal konzertieren die Musikfreunde vom Zürichsee an einem schönen Sommerabend im Oberhof. Diese Abendmusik wird in den folgenden Jahren zur Tradition.
Die Badanstalt ist in diesem Jahr nicht benützbar, da sie neu gebaut wird.
Es werden erste Gespräche über eine regionale Kläranlage geführt. Gründung eines Planungszweckverbandes der Gemeinden im Unterklettgau

1965                  Bau der Steinzeugfabrik.
3. Juli Eröffnung des neuen Schwimmbades. Kosten Fr. 476'000.00 Franken.
Der Musikverein feiert sein 50jähriges Bestehen, Festhütte hinter der Turnhalle.
Im November Eröffnung des 1. Kurses der neugegründeten Volkshochschule Klettgau im Schulhaus

1966                  Schwere Sturmschäden im Wald. Betroffen ist besonders das Gebiet westlich des Armenfeldes. Hunderte von Bäumen liegen kreuz und quer, entwurzelt oder abgeknickt wie Zündhölzer. Das Ausmass des Schadens beträgt 5000 m3.
Einweihung und Inbetriebnahme der Steinzeugfabrik.
Bau der Fabrikhallen Hidrostal und Werkzeugmaschinen Mey.
Das Zürcher Füs Bat 69 rückt zum WK ein und defiliert in der Vordergasse.
Trotz der teilweise jämmerlichen Witterung verzeichnet das Schwimmbad über 9000 Besucher.
Die Gemeindeversammlung lehnt mit 105 Nein gegen 85 Ja einen Kredit von Fr. 880'000.00 Franken für Umbau und Modernisierung des Bürgerasyls ab.

1967                  Wieder schwere Sturmschäden im Wald, diesmal im Winterihau auf der Wanne. Über 5000 Stämme, 7700 m3 liegen in einem riesigen Durcheinander am Boden.
Fabrikationsaufnahme Hidrostal und Werkzeugmaschinen Mey.
Jubiläum 100 Jahre Frauenchor in einer Lagerhalle der Firma K. Waldvogel beim Bahnhof.
2. Gemäldeausstellung Jakob Ritzmann in der Turnhalle.
Die ersten Wohnblöcke entstehen an der Schaffhauser- und Hallauerstrasse.
Tollwut erstmals auf unserem Gemeindegebiet festgestellt: am 1. September tollwütiger Fuchs beim Brüelhof.

1968                  Erweiterung des Fabrikbaus der EMAG
Bau und Erweiterung der katholischen Kirche an der Gächlingerstrasse

1969                  Am Stiegweg und an der Hasenbergstrasse (Reihenhäuser) entstehen neue Wohnquartiere
Auf Jahresende Schliessung der Gerberei, eines alteingesessenen Gewerbebetriebes

1970                  Ein zweiter Gewerbebetrieb, die Sägerei, wird stillgelegt.
Bau des Bürogebäudes der EMAG, Lagerhalle beim Bahnhof.
Diskussion um ein Zentralschulhaus im Unterklettgau, Neunkirch bekennt sich zu seiner eigenen Realschule.
Gründung des Abwasserverbandes Unterklettgau (Gächlingen, Hallau, Neunkirch, Oberhallau, Siblingen, Wilchingen). Die Totalkosten (Sammelkanäle, spezielle Bauwerke, Kläranlage in Hallau) werden auf brutto 7.8 Millionen Franken berechnet. Nach Abzug des Bundes- und Kantonsbeitrages verbleiben für Neunkirch immer noch Fr. 690'000.00!
Die Gemeindeversammlung verwirft einen Millionenkredit für die Aussiedlung des Asylgutsbetriebes. Der bauliche Zustand des Bürgerasyls ist derart, dass man eine Schliessung ins Auge fassen muss.
3. Gemäldeausstellung Ritzmann in der Turnhalle.

1971                  Die Pfadfinderabteilung kann auf 50 Jahre ihres Bestehens zurückblicken und übergibt der Gemeinde als Jubiläumsgabe den Vita-Parcours im Hasenberg
Verbreiterung der Strasse und Begradigung der Kurve beim Bürgerasyl. Die prächtige, gesunde Linde, die dem benachbarten Bauernhof den Namen gab, wird dem Verkehr geopfert, das Strässchen vor dem „Rebstock“ für Fussgänger gesperrt. Aussenrenovation der Bergkirche: neuer Verputz, neue Zifferblätter. In eine der beiden Kugeln auf der Turmspitze werden Dokumente eingelötet.
Hinter der Bergkirche entwickelt sich ein neues Wohnquartier. Erweiterung und Erneuerung der Scherrer AG Zentralheizungen.
Die Deutsche Bundesbahn fährt ausschliesslich mit Diesellokomotiven, nachdem in den letzten Jahren die Dampfloks allmählich aus dem Verkehr gezogen wurden.
Einführung des Busbetriebes der DB.
Erweiterung der Grundwasserversorgung Neunkirch-Gächlingen: Bau des Reservoirs (1500 m3) auf dem Gächlinger Berg. Nach Einführung des Frauenstimmrechts am 7. Februar nehmen die Frauen am 19. November erstmals an einer Gemeindeversammlung (in der Bergkirche) teil

1972                  Bau der Polyplex AG und Fabrikationsaufnahme
Ein Gesangschor aus Löwen (Belgien) gibt ein Konzert in der Bergkirche.
Grundwasserversorgung: Beginn der Tiefenbohrung in „Chrumme Lande“. Diese Arbeit verzögert sich infolge widriger Umstände bei der Grabung und zieht sich über das Jahr 1973 hinaus. Erreichte Tiefe 83 m.

1972 - 1973      Renovation des Gemeindehauses. Restaurant geschlossen. Modernisierung der Pächterwohnung, Neugestaltung der Vorhalle im 1. Stock vor der Gaststube, Einbau eines Lifts, Zentralheizung. Die Nordseite ist in einem schlimmen Zustand und erhält 1973 einen neuen Verputz

1973                  100 Jahre Spar- und Leihkasse. Die Schule und alle Ortsvereine werden mit namhaften Zuwendungen beschenkt.
Abbruch des Restaurants „zum Bahnhof“.
Inbetriebnahme der neuen Telefonzentrale beim Bahnhof. Die Gemeinden des Unterklettgaus sind daran angeschlossen.
Zum 10. Mal konzertieren die Musikfreunde vom Zürichsee im Oberhof.
Blitzschlag in den Sprungturm des Schwimmbades. Ein Schüler wurde - glücklicherweise nicht allzu schwer - verletzt.
Die Gemeindeversammlung bewilligt einen zusätzlichen Nettokredit von Fr. 188'000.00 für die regionale Kläranlage.
Erstellung des Pumpenhauses „Chrumme Lande“.
Nach fünfzehnmonatiger Bauzeit ist die Innenrenovation des Gemeindehauses abgeschlossen, Wiedereröffnung des Restaurants.

1974                  1. April Schliessung des Bürgerasyls. Die wenigen Pensionäre konnten in andern Altersheimen untergebracht werden. Verpachtung des Gutsbetriebes.
Schüleraustausch Neunkirch-Gächlingen 5. Klasse.
Das Gemeindehausgewölbe wird restauriert. Freilegung des Kreuzgewölbes (bisher Schlachtlokal).
Inbetriebnahme der erweiterten Grundwasserversorgung Neunkirch-Gächlingen.
Volle Bauaufnahme bei der ARA Unterklettgau, Kläranlage Hallau. Die voraussichtlichen Baukosten sind jetzt auf 14.7 Millionen Franken berechnet, Anteil Neunkirch nach Abzug der Subventionen 1.6 Millionen Franken!
An der Gächlingerstrasse, am grossen Letten und beim Bahnhof entstehen Wohnblöcke.

1975                  Im alten Schulhaus neben der untern Kirche, in dem seit 1959 kein Unterricht mehr erteilt wird, werden zwei Schulzimmer für die neu zu bildenden Berufswahlklassen renoviert. Neunkirch ist Schulort für die Gemeinden des Unterklettgaus.
Die Gemeinde rüstet sich auf das Jubiläum „450 Jahre Zugehörigkeit zu Schaffhausen“.

Chronik abgeschlossen Ende März 1975